Sonntag, 21. Dezember 2014
DAS NEUE ALPENADRIA

RHÔNE-ALPES MAGAZIN

Kreativitätsschub nach dem Beben

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Not macht erfinderisch und kreativ. Das aktuelle Projekt Sotto il terremoto im Kunstmuseum Galleria del Premio der Stadt Suzzara im Südosten der Lombardei belegt dies einmal mehr. Die schweren Erdbeben, von denen Teile Norditaliens im Sommer 2012 heimgesucht wurden, hinterließen im im Süden der lombardischen Provinz Mantua erhebliche Schäden. 

Die tragischen Ereignisse haben Suzzaras Stadtverwaltung dazu bewegt, der Diözese Mantua die Räume des städtischen Museums für zeitgenössische Kunst zur Verfügung zu stellen – als Ausstellungsfläche für einige jahrhundertealte sakrale Werke aus diversen Kirchen der Umgebung, die im Zuge der heftigen Erdstöße beschädigt wurden oder vom Einsturz bedroht sind. In ihrer neuen, modernen Umgebung kommen die alten Kirchenkunstwerke in unkonventioneller Weise zur Geltung, größtenteils eingehängt in eine eigens für sie geschaffene Konstruktion aus Gerüstrohren. Die Installation mit dem Titel Sotto il terremoto (unter dem bzw. während des Erdbeben(s) ist vorerst noch bis zum 6. Januar 2013 in der Galleria del Premio zu sehen.  

Die Rohrkonstruktion ist im großen Saal des ersten Stocks aufgebaut, an dessen Wänden bedeutende neorealistische Werke aus den Jahren 1948 bis 1960 hängen. In ihrem Aufbau erinnert sie stark an die unzähligen Gerüste, die seit Monaten in Mitleidenschaft gezogene Gotteshäuser, Türme, Gebäude und Denkmäler im gesamten Oltrepò umgeben. Das Gerüst als Kunstelement ist als Versinnbildlichung der Zerbrechlichkeit und der Wunden zu verstehen, die der Landstrich aufgrund der Erdbeben erlitten hat. Und es schafft – als Halterung für die sakralen Gemälde – eine symbolische Annäherung alter Kunst an die gegenwärtigen Geschehnisse. 

In anderen Räumen der Galleria del Premio sind auf andere Weise weitere Werke aus den insgesamt sechs Kirchen – namentlich San Benedetto Abate (Gonzaga), Immacolata (Suzzara), San Michele Arcangelo (Brusatasso), San Prospero, San Nicola di Bari (Tabellano) und San Giacomo (Polesine) – zu sehen. Sie schaffen Dialoge, Kontraste, Verbindungen und Geschichten – und stehen im krassen Gegensatz zu den sonstigen zeitgenössischen Ausstellungsstücken. Hier rückt zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammengehört, um dann ein völlig neues Kunsterlebnis entstehen zu lassen.

Suzzaras Museum für zeitgenössische Kunst, La Galleria del Premio, ist eine Dauerausstellung, die im Dezember 2002 ihre Pforten öffnete. Sie umfasst mehr als 800 wertvolle Werke, die seit 1948, seit der ersten Vergabe des städtischen Preises für Malerei, des sogenannten Premio Suzzara, gesammelt wurden. 

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